Johannes Herzog sen., der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven, ist am 17. Januar 2016 verstorben -- unsere kurze Würdigung mit vielen Daten und seinen eigenen Erinnerungen

Am 17. November 2015 war Johannes Herzog noch einer Einladung zur "Chreßnaach en Kölle" der Sproch- un Speljrupp Niederdollendorf" in den Jugendhof Rheinland gefolgt. Und er strahlte, als gute Bekannte ihn, den 90jährigen, in die Mitte nahmen.

Der Heimatverein, Oberdollendorf und die Stadt Königswinter trauern um Johannes Herzog, der sich um die Stadt verdient gemacht hat.

Johannes Herzog wurde am 28. August 1925 in Wikentjewska (Nordkasachstan) geboren. Er wuchs dann später in Landau am Schwarzen Meer auf (in der Nähe von Odessa/Ukraine). Seine Vorfahren stammen aus dem Elsaß und der Pfalz.

Als er nach dem Zweiten Weltkrieg - im September 1945 - hier in seine neue Heimat gekommen war, erhielt er im September 1947 von Bürgermeister Leo Tendler die Zuzugsgenehmigung, nachdem die Meyers auf der Römlinghovener Straße 79 ihm bestätigt hatten, dass er bei ihnen wohnte.

Im Januar 1948 begann er als zukünftiger Lehrer ein Praktikum an der Katholischen Volksschule Bergstraße in Bad Honnef bei einem Lehrer Bergweiler und konnte auch an der Schulspeisung teilnehmen. Im Juni machte er die 1. Lehrerprüfung an der Pädagogischen Hochschule in Bonn.

Danach arbeitete er im Didier-Werk, bis er dann am 1. Oktober 1948 seine erste Lehrerstelle an der Katholischen Volksschule in Rauschendorf antrat. 1953 wurde er an die Katholische Volksschule Oberdollendorf versetzt und 1965 dort Konrektor. Nach der Neugliederung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen 1968 startete er als Konrektor zusammen mit Rektor Heribert Meisel die Hauptsschule Dollendorf und war ab 1973 selbst bis zu seiner Pensionierung 1989 Rektor dieser Schule. Er initiierte die Namensgebung der Schule als "Ferdinand-Schmitz-Schule", womit dem Heimatforscher Dr. Ferdinand-Schmitz nach einer Straßenbenennung eine weitere Erinnerung gesichert wurde.

1965 bis 1985 war er 1. Vorsitzender des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven und hat viele Aktionen des Vereins mitgeprägt. Er war auch hier immer wieder bis ins hohe Alter aktiv: Die Namensgebung von "Cahns Berg" und "Süßkinds Gäßchen" war seine Idee. Das Buch "Jakob Keppelstraß - Chronist und Poet aus Oberdollendorf - Aufzeichnungen über die Napoleonische Zeit und die Jahre danach" konnte er nach mehrjähriger intensiver Vorbereitung im April 2015 vorstellen.
Siehe dazu LINK 1.

Johannes Herzog sprach fließend und akzentfrei Russisch. Das befügelte ihn, in den 1970er Jahren zusammen mit Ernst Thiebes eine mehrwöchige Fahrt in die damalige Sowjetunion zu machen. In der Volkshochschule der Stadt gab er zeitweise auch Russisch-Kurse. Außerdem organisierte er 1989 und später Gruppenfahrten über den Goldenen Ring mit Moskau und in die Ukaine mit der Krim. Als dann nach dem Umbruch immer mehr Spätaussiedler nach Deutschland kamen, half er vielen mit Übersetzungen und Gängen zu den Behörden. Diese Verbindungen hatte er dann noch bis Ende 2015. Übersetzungen vom Russischen ins Deutsche und umgekehrt blieben bis kurz vor seinem Tod eine besondere Leidenschaft, und er bearbeitete die Texte dann auch selbst auf dem Computer.

Am 28. August 2015 feierte Johannes Herzog noch mit seinen Kindern und vielen Gratulanten seinen 90. Geburtstag. Siehe dazu LINK 2.

---DIE TRAUERANZEIGE finden Sie über LINK 3.

WEITERE INTERESSANTE LINKs:
Hier finden Sie Fotos von der Reise über den Goldenen Ring 1989 und der Reise in die Ukraine mit Besuch der Krim 1992.

Hier das Lehrerkollegium u.a. der Ferdinand-Schmitz-Schule – Hauptschule Königswinter-Niederdollendorf

Johannes Herzog sen. als Torwart der Pfarrgemeinderatsmannschaft 1978

LESEN SIE DOCH auch die Erinnerungen von Johannes Herzog, als er 1945 ins Rheinland kam: „Meine Herren, Sie sind im Rheinland“ – Erinnerungen eines „Pimocks“ an die ersten Nachkriegsjahre in Oberdollendorf

Hier kam Johannes Herzog im April 2005 mit seiner Frau Anneliese zu einem Museumsabend ins Brückenhofmuseum. Im selben Jahr wurde er 80 Jahre alt.

Bild von zzzzzzzzzz2016
Zur Verfügung gestellt von Lothar Vreden
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Raum: Schulen Vitrine: Ferdinand-Schmitz-Schule Dollendorf
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