Haus Bachem in Königswinter, Drachenfelsstraße 4 - Hofseite - im Winterkleid 2010

Das Haus Bachem mit seiner Remise, seinem Hof und dem Park erfüllt heute viele Aufgaben:

- Amtssitz des Bürgermeisters der Stadt Königswinter, Peter Wirtz
- Ort für standesamtliche Trauungen
- Ausstellungen
- Eröffnung des Winzerfestes im Herbst eines jeden Jahres
- Kunsthandwerkermarkt
- diverse Feste
- Empfänge

DAS "HAUS BACHEM" in Königswinter-Altstadt - seine Geschichte

Das repräsentative Gebäude wurde - laut Denkmalliste der Stadt (siehe LINK 1 unten) - 1825 von dem Königswinterer Architekten und Steinhauer Theodor Bachem als Stadtwohnhaus am Marktplatz errichtet.

Der zweigeschossige Putzbau gliedert sich in sieben Achsen mit Mitteleingang. Tür- und Fenstergewände sind in Trachyt als schlichte Rechtecköffnung gehalten. Die zweiflügelige Eichentür ist mit einem Oberlicht, die Sprossenfenster sind mit Schlagläden versehen. Das Mansarddach aus dem Jahr 1910 schließt mit einem umlaufenden Kranzgesims aus Holz ab.

Der an der Gartenseite befindliche wintergartenartige Ausbau mit Pilastergliederung in Sandstein und Türaustritt zum Garten wurde im Jahr 1910 angefügt. Darüber befindet sich ein Balkon mit Balustrade, in der Mitte eine Kartusche mit den Initialen C B (Carl Bachem), unter der Brüstung ein Akanthusfries in Sandstein. Ebenfalls im Jahr 1910 wurde an der Ostseite zur Kirche hin der ehemalige Remisenbau als Winkelbau mit Mansarddächern errichtet.

An der Rückseite des Hauses eröffnet sich ein großes Parkgelände mit teilweise altem Baumbestand, das 1880/90 erweitert wurde. Zum Wohnhaus ist es durch einen Lattenzaun und gemauerte Torpfeiler (1910) abgegrenzt.

Der Hofbereich des barocken Hauses Bachem wird vom Kirchturm der Pfarrkirche St. Remigius überragt. In der Frühzeit des Rheintourismus weilte im Sommer 1857 für rund 6 Wochen der Prinz von Wales aus England in Königswinter. Dieser lange Aufenthalt des späteren Königs Edward VII. gab der damals jungen Fremdenverkehrsstadt nicht unerheblichen Auftrieb.

In einem späteren Bericht über den Besuch des Prinzen im „Echo des Siebengebirges“ vom 8. August 1935 ist zu lesen: „Über diesen Besuch ist noch weiter zu berichten, dass, weil der Europäische Hof für das große Gefolge des Prinzen nicht ausreichte, im Hause Bachem am Markt die 1. Etage hinzu gemietet worden war. Hier in diesem alten Patriziergebäude hatte der Prinz seine Privaträume.“

In seinem Buch „Der Prinz von Wales in Königswinter“ führt Winfried Biesing 1987 hierzu aus: „Weder in den Briefen des Prinzen von Wales an seine Eltern noch in seinem Tagebuch finden sich Hinweise, dass sich seine Privaträume im Hause Bachem am Markt befunden haben. Auch aus der Bonner Zeitung des Jahres 1857 ist dergleichen nicht zu entnehmen. Allerdings ist im Kreise der Familie Bachem auch heute noch überliefert, dass vor Generationen der Prinz von Wales in ihrem Hause gewohnt hat."

Das Innere des Hauses Bachem ist in den Jahren 1988 und 1989 entkernt und umfänglich saniert worden.

Im Erdgeschoss befindet sich eine große Halle, die für repräsentative Veranstaltungen der Stadt, aber auch für Veranstaltungen von Königswinterer Vereinen, z.B. Konzerte, regelmäßig genutzt wird. Neben der Halle liegt ein Besprechungszimmer.

Im 1. Stock befinden sich das Dienstzimmer des Bürgermeisters Peter Wirtz und weitere Büros seines Mitarbeiterstabes. Bis zur Kommunalwahl 1999 waren hier der ehrenamtliche Bürgermeister und der hauptamtliche Stadtdirektor anzutreffen.

Im Dachgeschoss wurde im Zuge des Umbaus 198/89 ein Sitzungssaal eingerichtet, der zu Ehren einer der beiden Königswinterer Partnerstädte den Namen „Salle Cognac“ trägt und in dem regelmäßig Fachausschüsse des Rates der Stadt Königswinter tagen.

Der frühere Remisenbau, auch „Kutscherhaus“ genannt, beherbergt heute das Standesamt. Im Rahmen des Umbaus 1988/89 wurde die frühere Garage zum Trauzimmer „umfunktioniert“. Wer diesen Raum, der sich wegen seiner ansprechenden Gestaltung und Einrichtung eines hohen Zuspruchs bei Brautleuten erfreut und weit über die Grenzen Königswinters hinaus bekannt ist, heute sieht, kann die frühere Nutzung nur schwerlich nachvollziehen. In seiner Gesamtheit bilden Trauzimmer, Hof Haus Bachem und anschließender Park ein auf den Anlass bezogenes harmonisches Ensemble – und dies insbesondere im Frühling mit seinem Heirats- und „Wonnemonat“ Mai.

Quelle zum Text über die Geschichte des Hauses: Stadt Königswinter

Bild von 2010
Zur Verfügung gestellt von Anja Röttgen
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Raum: Straßen A-H Vitrine: Drachenfelsstraße
Raum: Siebengebirge und der Rhein
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