Gruss aus dem Marienbad in Rhöndorf a/Rhein/Siebengebirge 1903

Die Lithografie "Gruss aus dem Marienbad" in Rhöndorf zeigt die Ansicht der Kur- und Wasserheilanstalt von Dr. Euteneuer nach einem Gemälde von dem Rhöndorfer Winzer und Maler Wilhelm Redeligx.

Diese Gebäude und Liegenschaften, die man hier sieht, u. a. das „Haus Kemenate“, erwirbt der aus Essen stammende Lehrer Hermann Wilhelm Stennes. Als „Gasthof- und Badebesitzer zu Rhöndorf“ bleibt er glücklos. Im Dezember 1893 kommt es zur Zwangsversteigerung. Neuer Eigentümer wird der Kölner Rechtsanwalt Johann Heintges.

"In den 1880er Jahren lernte Dr. Johann Peter Eugen Euteneuer in Wörishofen Pfarrer Sebastian Kneipp kennen. Nicht umstritten galt Kneipp als der Wiederentdecker und Verfechter natürlicher Heilverfahren. Sichtlich von den Erfolgen der Kneipp’schen Methode beeindruckt, kehrte Dr. Euteneuer ins Rheinland zurück. In Betzdorf an der Sieg setzte er auf seine neuen Erfahrungen und gründete das „Germaniabad“. Der sofort einsetzende lebhafte Kurbetrieb rechtfertigte das eingegangene Risiko und ermunterte zu expandieren. Als 1895 am Fuß des Drachenfels das zuletzt als Sanatorium genutzte alte „Haus Kemenate“ zum Verkauf stand, überlegte Dr. Euteneuer nicht lange. Er erwarb das Anwesen mit den gepflegten Gartenanlage und taufte es auf den Namen „Marienbad“.

Eine neu errichtete Wandelhalle sollte die erwarteten Kurgäste bei schlechtem Wetter schützen. Zur Zierde des schmucken Parks entwickelte sich ein von Rosen umrankter kleiner Tempel. Die Gästezahlen stiegen und schon bald reichte die Bettenzahl des bestehenden Hauses nicht mehr aus. Über das willkommende Zusatzgeschäft freuten sich die Hotels und Gasthäuser in Rhöndorf, bis letztlich mit dem Bau eines neuen Kurhauses begonnen wurde.

Gerne verweilten Priester und Ordensleute in der Kuranstalt „Marienbad“. Einen besonders guten Klang hatte der Name des Rhöndorfer Betriebes bei den Steyler Missionaren. Als 1897 im fernen China Übergriffe gegen christliche Missionare die ersten Todesopfer forderten, verloren auch Steyler Ordensmänner ihr Leben. Gefolterte und entkräftete Missionare schickten die Oberen zur Genesung nach Rhöndorf. So erholte sich im „Marienbad“ Pater Georg Maria Stenz von seinen schweren seelischen und körperlichen Verletzungen. Trotz aller erlittenen Leiden im Reich der Mitte trug er mit Vorliebe chinesische Kleidung. Die alteingesessenen Rhöndorfer erlebten ihn im Alltag als fast echten Asiaten.

Um den Fortbestand des Kurbades zu sichern, hätte Dr. Euteneuer seinen Betrieb am liebsten in die Hände eines Ordens gegeben. Leider fand dieser Wunsch nicht die Unterstützung des Honnefer Pfarrers Hubert Jansen. Alle Versuche scheiterten an der Argumentation, es gäbe schon genug kirchliche Niederlassungen in Honnef.
Erst kurz vor seinem Tod am 3. November 1922 sah sich Dr. Euteneuer am Ziel seiner Wünsche, als die neu gegründete Vereinigung für Familienhilfe die Kuranstalt übernahm, um ein Müttererholungsheim einzurichten".
Quelle: Karl Josef Klöhs "Kaiserwetter am Siebengebirge", Königswinter 2003.

Auf der Rückseite einen Stempel:
Dr. Eutenneuer's
Kur- u. Wasserheilanstalt
*Rhöndorf a. Rhein*

Die Karte ist postal. gelaufen:
ab 21.9.03 7-8V Rhöndorf (Siegkreis)
an 22.9.03 8-9V Roermond
Fräulein Elise Linnarz, Roermond, Holland - Limburg

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Hier: Totenzettel seines Sohnes Dr. Albert Euteneuer (1888 - 1954), der in Oberdollendorf lange als Hausarzt praktizierte.
http://virtuellesbrueckenhofmuseum.de/vmuseum/historie/zeige_objekt.php?auswahl=3317&suche=Euteneuer&reihe=

 

Bild von 1903
Text: Rudi Schuchert
Zur Verfügung gestellt von Rudi Schuchert
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Raum: Ansichtskarten, Postkarten Vitrine: Bad Honnef
Raum: Ansichtskarten, Postkarten Vitrine: Drachenfels
Raum: Zeichnungen, Radierungen etc. Vitrine: Wilhelm Redeligx 1865 - 1951
Raum: Portraits Vitrine: Wilhelm Redeligx 1865 - 1951
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