Sonderausstellung

  Brückenhofmuseum

Stadt putzt die Friedhofsmauer heraus
SANIERUNG
Für 33 500 Euro wurde die marode Einfriedung an der Rheinallee erneuert

KÖNIGSWINTER. Schon seit längerem war die Mauer um den jüdischen Friedhof an der Rheinallee/Ecke Clemens-August-Straße marode. In einer Gemeinschaftsleistung haben Stadt Königswinter und das Land Nordrhein-Westfalen den verputzten Backsteinbau samt seiner Toranlage jetzt saniert.

Im neuen Glanz erstrahlt die Friedhofsmauer entlang der Rheinallee und der Clemens-August-Straße                                 FOTOS: HOLGER HANDT

Besonders der parallel zur Rheinallee verlaufende Teil der Einfriedung war seit längerem stark renovierungsbedürftig. Der Friedhof ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Königswinter eingetragen, die Einfriedungsmauer ist Teil des Denkmal. Vor einiger Zeit hatte die Stadtverwaltung die Schäden dem Land Nordrhein-Westfalen auf Nachfrage gemeldet. In seinem Denkmalförderungsprogramm hatte das Land im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt auf den Erhalt und die Sanierung von jüdischen Friedhöfen gesetzt. Die Stadt Königswinter stellte einen Antrag auf Landeszuweisung und erhielt eine Förderung von 60 Prozent der entstehenden Kosten, die sich auf insgesamt 33 500 Euro belaufen.

Auf dem Friedhof fand 1975 die letzte Beerdigung statt. Einer der bekanntesten Namen auf den 82 Grabsteinen ist der von Albert Cahn, dessen Familie an der Hauptstraße lebte. Der Bankier emigrierte nach England, wo er 1957 starb. Sein Leichnam wurde auf seinen Wunsch nach Königswinter überführt und auf dem Friedhof am Rhein beigesetzt. Ein Buch über die jüdische Gemeinde in Königswinter hat der frühere Bonner Stadtarchivar Manfred van Rey herausgegeben. Es ist im Handel erhältlich.                               fa

Quelle: General-Anzeiger vom 29.01.2005

Der Judenfriedhof Königswinter

Stadt Königswinter, Rhein-Sieg-Kreis
ADRESSE: Clemens-August-Strasse / Rheinallee
BELEGUNGSZEIT: 16. Jahrhundert - 1934
GRABSTEINE: 80
DOKUMENTATION:
- 1981 - 1983 durch Archiv Siegburg (Fotos)
VERÖFFENTLICHUNGEN:
- Geschichte, Foto in Linn 1983, S. 325, 369, 601, 662.
- Geschichte in Königswinter 1985, S. 21, 64 - 68, 93 - 95, 98 - 104, 180.
- Geschichte in Pracht 1997, S. 530 - 531, 578.
BEMERKUNGEN: Der Friedhof, 1874 erweitert, wurde auch von den Juden aus Oberdollendorf und Oberkassel genutzt.

Entnommen aus: www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/NRW/PROJEKTE/f-nr-hl.htm

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